Übersicht

Der nachfolgende Film zeigt ein Hüftgelenk mit einem Labrumriss, welches ansonsten eine gleichmässige Knorpelfläche aufweist. Lediglich an der Risslokalisation ist der Knorpel bereits etwas geschädigt.

Es ist gut sichtbar, wie man von diesem Portal grosse Teile des Gelenkes einsehen kann: je nach Lokalisation des Arthroskopes beinahe alles. Es ist selbst möglich, einzelne Sehnen oder den Schleimbeutel des Hüftgelenkes darzustellen.

Damit lassen sich beide Hauptformen des Impingements, das Cam- und das Pincer-Impingement, behandeln. Wichtig ist allerdings eine enorme Erfahrung des Operateurs. Das exakte Mass der Korrektur abzuschätzen, ist oft selbst für den Spezialisten schwierig. So müssen Verknöcherungen (Osteophyten) abgetragen werden. Wird zu wenig abgetragen, so klemmt das Gelenk weiterhin. Wird zu viel entfernt, wird die Gelenkführung beeinträchtigt. Die Folge: Das Gelenk wird instabil, Schmerzen treten auf.

Dazu kommt, dass der Platz im Gelenk sehr reduziert ist, womit die technischen Schwierigkeiten bspw. beim Annähen einer Gelenklippe weiter zunehmen. Dieser Vorgang lässt sich vergleichen mit dem Schiffsbau in einer Flasche bei maximal 4 mm Bewegungsfreiheit.

Leider haben bei Weitem nicht alle Operateure die nötige Ausbildung für diese Behandlung. Somit kommt es immer wieder vor, dass einige Korrekturen nicht optimal ausgeführt werden.

Hinzu kommt, dass bspw. bei falsch angelegten Hüftgelenken (Dysplasie) die Fehlstellung nicht entsprechend korrigiert werden kann. Dies führt dazu, dass weiterhin ein Risiko besteht, dass sich das Gelenk vorzeitig abnutzt. Es entsteht Arthrose.

Die Hüftarthroskopie verfolgt zwei Ziele:

  1. die Schmerzen und die Beeinträchtigung so weit wie möglich beseitigen
  2. die Abnützung, welche im Laufe des Lebens unausweichlich ist, so langsam als immer möglich stattfinden lassen

Je weniger ein Gelenk gereizt wird, oder sogar der mechanischen Reibung ausgesetzt wird, je länger und besser funktioniert es!

Ein Beispiel sehen wir im Video des Schweizer Fernsehens. Der professionelle Parkour-Sportler Simon Gfeller wurde vor elf Jahren operiert und kann seinen Sport weiterhin weitgehend beschwerdefrei ausüben. Wichtig bei sportlichen Aktivitäten wie Wände hoch rennen und von Stange zu Stange springen sind ein seriöses Aufbautraining, eine ausgeglichene Muskulatur und eine perfekte Balance. Diese Voraussetzungen sind allerdings nicht nur beim Parkour wichtig, sondern bei jeder Sportart, ja sogar im Alltag.

Zur Erinnerung:
Das Einzige, was wirklich als Prophylaxe gegen Arthrose wirkt, ist ein BMI unter 25 sowie regelmässige Bewegung und damit eine gute Muskulatur.